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Anje Heinz

Seelenliebe Blog # 4

Seelenliebe Blog # 4

Von der Liebe bis zum Tod – Corona hat alles verändert

Eigentlich sollte das der Blog des Glücks sein – also über das Glück. Und eigentlich sollte er eine Woche früher online sein. Aber hey…. We are all humans. Da ich nicht‘s auf Krampf niedertippen wollte, habe ich mich entschieden, lieber gar nichts zu schreiben. Ich war mit Aufträgen bis zur oft zitierten „Oberkante Unterlippe“ zugeschüttet. Was wundervoll ist. Weil es doch zeigt, dass man mir Vertrauen schenkt. Und das ist das Wundervollste, was einem widerfahren kann. Dass die Arbeit geschätzt, geachtet und gewollt ist.
Heute Morgen habe ich auf dem Weg zur Trauerfeier mit einem wunderbaren, empathischen Menschen und Kollegen telefoniert.

Zwangsläufig kamen wir auf Corona. Irgendwie hatte ich das C-Ding schon verdrängt. Doch durch unser wundervolles Gespräch kam ich wieder ins Grübeln…….

Corona – ja, da war doch was! Was eigentlich nochmal? Ein Ding, was man nicht fassen, sehen und besiegen kann und dennoch macht es uns kaputt, zerstört Existenzen, legt die Wirtschaft lahm, macht einsam, verändert uns und unser gesamtes Verhalten.
Menschen werden depressiv, vermissen Umarmungen, andere Menschen und ja, auch Sex und Liebkosungen.
Viele sind in ihrer kleinen Welt und in ihrem goldenen Käfig gefangen, machen seit z.T. Monaten Homeoffice und haben keinen menschlichen Kontakt zu Kollegen und Chefs.
Und ja – ich habe Zoom liebgewonnen, aber ersetzt es unsere sozialen Kontakte, face to face???

Freundschaften und Familien brechen daran auseinander, Paare trennen sich, ich las, Kinder und Frauen wurden vermehrt misshandelt.
Sportler, die ein Leben lang Ihren Fokus auf eine Olympia-Teilnahme ausrichteten, mussten zusehen, wie ihr Traum platzte.
Schüler mussten daheim betreut werden.
Unternehmen und Existenzen brechen weg und Abertausende werden arbeitslos.
2020 haben wir ein anderes Oster- und Pfingstfest erlebt, anders als jemals zuvor: Keine alten und lieb gewonnenen Familientraditionen wurden aufgelebt, keine Oma/ Opa Besuche, kein Ausflug mit Freunden, keine Osterfeuer, die die bösen Geister vertreiben.
Und gerade dieses Jahr hätten wir es so nötig gehabt, sie zu vertreiben, die bösen Geister und die Guten einzuladen. Zu uns und in unsere, vielleicht neue, Welt.

Operationen wurden verschoben und haben so Folgeschäden oder sogar den Tod herausgefordert.

Ja, nicht einmal der Tod war selbstverständlich. Sterbende haben sich gequält und konnten nicht loslassen, weil sie Ihre Lieben nicht noch einmal sehen und spüren konnten. Weil keiner ihre Hand hielt, weil sie die vertrauten Stimmen vermissten, weil sie warteten und doch keiner zu Besuch kam.

Sie sind im Hospiz, Pflegeheim oder Krankenhaus einsam verreckt (z.T.). Die Angehörigen hingegen machen sich ein Leben lang Vorwürfe, weil sie beim Sterben nicht da waren. Weil sie ihre Lieben im Stich ließen. Vorwürfe, die es schwer machen, eine liebevolle Trauerarbeit zuzulassen.
Kurzum: Vom Sex bis zum Tod: Corona hat Vieles verändert.

Auch bei mir: Nein, keine Sorge, ich berichte nicht über mein sexuelles Verhalten. Lach……

Und zugegeben: Ich habe eh keine Kollegen und bin meine eigene Chefin. Und glaubt mir, die ist meist pingelig, akribisch und streng, was die Arbeit angeht. Außerdem arbeite ich eh immer im Homeoffice. Eigentlich nichts anderes. Oder doch?
Doch. Auch bei mir hat sich viel geändert: Aufträge sind fast täglich weggebrochen.

Verrückterweise jeden Morgen, als ich auf meiner Laufrunde im Wald war. Was natürlich zur Folge hatte, dass ich nicht mehr laufen gegangen bin. Ich dachte, dann hören auch die bösen Telefonate auf. Grins.
Die Absagen hörten dennoch nicht auf.

Die (enormen) Umsatzeinbußen sind noch lange nicht abzuschätzen, da auch Lesungen und Veranstaltungen wegbrechen werden, weil eben die komplette Eventbranche nicht funktioniert.
Corona – Ein wirtschaftliches, soziales und kulturelles Desaster für die ganze Welt.
Zugegeben, einige Länder kämpfen um das pure Überleben, die Menschen in den Slums und in den ärmeren Ländern sind verdammt, haben kaum Chancen. Da sind wir in Deutschland unglaublich gesegnet.

Nur wenige Tagen nach dem Lockdown habe ich keine Nachrichten mehr geschaut, habe mich intensiv mit Meditationen über Wasser gehalten und natürlich mit der Familie. Homeschooling war angesagt. Vielleicht werde ich ja doch noch Mathekönigin jetzt. Lach…..
Doch trotz aller verrückter und nicht begreiflicher Nachrichten sah ich Corona zu jeder Zeit relativ entspannt. Zumindest habe ich es versucht.
Was ich aber in diesen Tagen und Wochen gelernt habe: Es gibt nicht DIE EINE CORONA-Krise. Es gibt über 50 Millionen in Deutschland. Denn jeder von uns ging und geht anders damit um. Denn sie wird uns noch lange im Griff haben! Wirtschaftlich aber vor allem menschlich.

Ich gehe in „Krisen“ immer in mich. Suche meine Träumerin in mir und versuche, wach und entspannt mit ihr das Magische zu sehen, zu träumen und daran zu glauben, dass viel mehr im Leben möglich ist & dass das Bisherige nicht das Ende der Fahnenstange ist.

Bescheiden, dankbar und demütig dem Leben gegenüber, glaube ich daran, dass ich neue Realitäten erschaffen kann, neue Dinge entstehen können und ICH der Schöpfer meines Lebens bin.
Ich versuche, meine Träumerin in mir zu verführen, die Kostbarkeit des Lebens auszuschöpfen und der „Krise“ die Stirn zu bieten.
Ich habe keinen Bock auf Nörgeln und Jammern. Ich habe keinen Bock auf Versinken in Verschwörungstheorien. Ich habe Bock, etwas zu TUN, etwas zu erschaffen.
Ich sehe mich als Unternehmerin, weil ich etwas unternehme.

Ich sehe in meinem Beruf so viel Fülle und Reichtum. Diesen in die Welt hinaustragen zu dürfen, ist ein Geschenk. Ich bin ein Glückspilz, dass ich das tun darf, was ich liebe. Doch das habe ich mir allein erschaffen.

Ich habe hart auf meinem Weg gearbeitet, den ich gegangen bin – vom Öffentlichen Dienst in die Selbständigkeit.
Und der Weg ist noch lange nicht zu Ende.

Während meiner „Corona-Auszeit“, dem fast 2-monatigen Lockdown habe ich meine Träumerin in mir wieder geweckt und spürte den Willen, etwas Neues zu erschaffen.

Zum Beispiel, ist das Online-Coaching entstanden, welches ab sofort verfügbar ist und aus meinen Erfahrungen als Trauerredner her stammt. Über 400 Trauerfeiern durfte ich bisher begleiten. Diesen Schatz möchte ich nun teilen.
Ich habe den Lockdown und die Auftragslage-NULL kreativ genutzt: Postkarten kreiert, Kugelschreiber und Werbegeschenke bestellt, mein Auto mit Werbung beklebt, mir professionelle Aufnahme-Technik zugelegt u.v.m.
Ich kann nun jede Rede aufnehmen – ein Geschenk für die Angehörigen – gerade während der Zeit mit den ganz strengen Bestimmungen, wo nur 5 bis 10 Personen direkt am Grab Abschied nehmen durften.
Ich bin so dankbar für das Vertrauen, freue mich auf spannende neue Wege, ohne natürlich die alten zu verlassen.
Ich bin dankbar für konstruktive und unglaublich ergebnisorientierte Coachings via Zoom.

Winni Pu sagte mal: „Ich muss vorangehen, dorthin, wo ich noch nie war, anstatt rückwärts, dorthin, wo ich schon war.“ Mit diesen Worten im Herzen, halte ich mich an den smarten Knuddelbär mit dem runden Bauch und der gutherzigen, sonnigen Seele und schaue nach vorn.
Chancenmanagement anstatt Krisenmanagement.
Auch wenn die „C-Zeit“ viel mit mir im Innen macht, mich ins Nachdenken kommen lässt, ich gehe voran.
Dorthin, wo ich noch nie war. Und es wird wieder wunderschön sein. Daran glaube ich.

Ich wünsche uns in dieser außergewöhnlichen Zeit magische Glückstänze, Luftküsse aus heiterem Himmel und einen zarten Hoffnungs-Sommer-Windhauch, der all die Sorgen und Nöte davonträgt.
Ich wünsche uns kleine und große Wunder, Lachflashs bis zum Morgengrauen und nächtelange Liebestaumel. Dass wir wieder küssen, lieben und lachen können. Dass wir das unbeschwerte Leben wieder genießen.
Ohne zig Masken in Handtaschen, Autotüren und Hosentaschen herauskramen zu müssen. Hey, ich werde mich nie daran gewöhnen. Ich stürze los und denke: „Maaaaaann, die Maske“. Augenroll.

Lovelies…
Wisst ihr, was mir fehlt?
Die Menschen, Lesungen, Messen und Events, Umarmungen, Händehalten.
Eure Freie Trauungen. Unsere Events. IHR. Euer Lachen, eure Vorfreude, eure Tränen, eure Emotionen, eure Aufgeregtheit, euer Kribbeln, eure Nervosität, Eure Entspanntheit, eure traumhaften Roben. Ich weiß, so viele Tränen wurden vergossen, so viele Pläne umgeschubst, so viele Träume sind geplatzt.
Und ja, natürlich habe ich einige wenige Trauungen in diesem Frühjahr und Sommer. Doch weit über die Hälfte der verliebten Herzensmenschen mussten verschieben.
Ihr wunderschönen Seelen fehlt mir.

Ich freue mich, mit euch wieder über dem Parkett der Liebe schweben und mit euch besondere Momente wie funkelnde Zaubersterne einfangen zu dürfen.
Lasst uns hoffen, dass der Spuk bald vorbei ist. Aber dann wird das Leben und die Liebe gefeiert. Das verspreche ich euch.
Trinken wir schon mal ein Glas prickelnde Liebesbrause, lachen wir das große „C“ weg und tanzen wir den Reigen der Freude.
Ich schicke euch digitale Umarmungen. Kisses: Auf unsere Träume, Wünsche, Hoffnungen und das Leben.
Denn Corona kriegt uns nicht klein.
Machen wir was Gutes draus. Erschaffen wir eine Welt voller Fülle und Reichtum und damit meine ich nicht die materiellen Dinge. Behandeln wir uns gut. Uns selbst und schauen wir wieder auf die Nächsten und die Nachbarn, lernen wir sie kennen.
Werfen wir den sozialen Neid und den Egoismus über Bord, nehmen wir uns wieder Zeit zum Leben und verschwenden wir sie für schönen Momente.
Denn sie sind es doch, wofür wir leben.
Umarmen wir das Leben, behüten wir es. Lieben wir es.
Verstehen wir, wie wertvoll die einfachsten Dinge sind: eine Umarmung, ein Händedruck, ein Spaziergang im Park, ein gemeinsamer Abend mit Freunden, lachende Kinder auf dem Spielplatz, singende Vögel in den Büschen, eine Fahrt ans Meer, Meeresrauschen inhalieren und den Wind um die Nasenspitze spüren.
Fangen wir wieder an zu leben. Ohne Maske. Ohne Abstand.
Hoffen wir, dass wir bald wieder erwachen, dass die Städte vollends wieder aufblühen, wir unbeschwert und ohne Abstand in den Biergärten sitzen, tanzen, lachen und die Sonne auch wieder im Herzen scheint.

Passt auf euch auf, kommt gut durch die Zeit. Mental, physisch und wirtschaftlich und das Wichtigste: bleibt bitte gesund.
IBehaltet die Liebe und die Sonne im Herzen und kommt gut durch die verrückte Zeit.

Genießt den Sommer und fühlt euch umarmt.

Xoxo Anje